04 März 2017

Alltagsgeschichten: 17 Monate Kleinkind



Kaum zu glauben, dass seit meinem letzten Post aus der Serie "Alltagsgeschichten" bereits sage und schreibe 4 Monate vergangen sind! Einige liebe Leserinnen des Blogs haben mir den Anstoß gegeben, einen neuen Beitrag dazu ins Leben zu rufen, und hier kommt er!
Die letzten Monate gestalteten sich im Hause titantina sehr turbulent. Der Alltag war geprägt von negativen, sehr intensiven Emotionen aufgrund von Todesfällen im nahen Verwandtenkreis, neuen Etappen, die es zu überwinden galt, und zugleich von diesen alles rettenden Glücksmomenten, von denen es im Leben mit einem Kleinkind, das drauf und dran ist, die Welt mit Kinderaugen zu entdecken, zu Hauf gibt. Sind es nicht die kleinen, einfach Dinge, die Kinderaugen zum Strahlen bringen? Die positiven kindlichen Emotionen besitzen eine unglaublich ansteckende Kraft, wenn man sich nur darauf einlässt und diese Momente teilt.
Vor einem Monat hat sich unser gesamter Familienalltag zusätzlich ganz plötzlich und unverhofft auf den Kopf gestellt, als ich beim Eislaufen auf Natureis unglücklich stürzte und mir das rechte Handgelenk brach. Mir wurde zum ersten Mal bewusst: Was für ein Luxus ist es, alle seine Körperteile gebrauchen zu können, und dabei weder Einschränkung noch Schmerz zu erfahren!


Mein Leben verlief ab diesem Zeitpunkt nach meinem Empfinden in relativ ungeregelten Bahnen, und das, was am meisten schmerzte neben der Gliedmaße, die den Großteil jeglicher Tätigkeiten von Haushalt über Wickeln ausmacht, wohl der Verzicht auf Unbeschwertheit und Selbständigkeit.
Inzwischen ist der Gips ab, und ich übe mich in Geduld und Zuversicht, um den sehr eingeschränkten Bewegungsradius wiederherzustellen.



Lieblingsbeschäftigung: Bücher mit Fahrzeugen durchblättern. Mit Fahrzeugen durch die Gegend fahren. Favorit: rosa Bobbycar, ein Relikt aus Fräuleins Ära. Oder auch der rosa Puppenwagen (freilich ohne Inhalt) aus meiner Ära.

Das wird vehement abgelehnt: Schaukeln, sei es outdoor oder indoor verursacht lautstarken Protest. 

Das ist neu: Der Goldjunge ist von allem, was 4 oder 2 Räder besitzt, womöglich lautstark durch die Gegend rattert und blinkendes Licht oder notfalls auch ein Signalhorn sein eigen nennt, magisch in den den Bann gezogen. Obwohl die gute alte Waldorfpuppe der großen Schwester von Anbeginn an präsentiert wurde, werden diese und auch alle anderen angebotenen Kuscheltiere, sei es mit langen Haaren zur Besänftigung seiner Haarausreißer-Wahn oder wahlweise mit selbst angenähten Etiketten um den Tastsinn anzuregen kurzerhand unsanft vom Bett befördert. Ein klares NEIN zur ursprünglichen Idee, einen Seelentröster abzugeben oder zur Beruhigung beim Schlafengehen zu dienen.




Stillen: Zeitgleich mit meinem Unfall habe ich nach nur sehr reduziertem einmaligen abendlichen Nuckeln an der Brust abgestillt. Der Anlass dafür war die untragbare Situation mit Gipshand im Familienbett und der Bedarf an Medikamenten, die ich nehmen wollte, die aber nicht stillverträglich waren. Der Goldjunge hat sich überraschenderweise sehr schnell mit der ungewohnten Situation abgefunden, und ein anfänglich erwarteter Protest blieb aus. Ein bisschen Wehmut schwingt auf jeden Fall mit, da ich die Stillzeit sehr genossen haben, auch wenn es mir des Nächtens immer wieder enorm viel abverlangt hat. Hätte ich Monate davor geglaubt, dass dieser sanfte Prozess letztendlich doch so rasant von Statten ging? Niemals! 

Neueste Anschaffung: zwar nicht neu, aber vom Dachboden heruntergeholt wurde das "Topferl", welches wir in der kommenden Woche erstmals ausprobieren werden. 

Da wird lautstark protestiert: nach wie vor aktuell: das Wickeln. Jegliches NEIN wird boykottiert (auf charmante Art wohlgemerkt, und zwar mit einem Lächeln im Gesicht). 

Das machen wir regelmäßig: Nach dem Babyschwimmen, das ich letztendlich als recht stressig empfunden habe, sind wir wieder im guten alten Spielraum gelandet. Ich finde es unglaublich bereichernd, dass es einen Ort der Begegnung für Kinder gibt abseits des lauten und schnellen Alltagslebens. Natürliche Materialien, minimalistische Spielsachen und die Rolle der beobachtenden Mutter bilden die Basis für eine harmonische Atmosphäre.


Mit diesem Update zur unserem Kleinkindalltag verabschiede ich mich in den Samstag und melde mich in Kürze mit einer neuen Upcycling Idee!

                                                                     Eure Tina








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