28 Mai 2018

Ideen für ein entspanntes Wochenbett


Nach meinem Beitrag Mit Achtsamkeit durchs Wochenbett gehen nun meine Erfahrungen rund um das Wochenbett wie versprochen in die 2. Runde. Dieses Mal habe ich ganz persönliche Ideen gesammelt, die sich im Zusammenleben im Familienverband als sehr vorteilhaft erwiesen haben, und welche mir den Alltag mit den anderen 2 Geschwisterkindern extrem erleichtert haben. Ganz wichtig ist es mir zu erwähnen, dass sie sie für meine Familienkonstellation als sehr positiv herausgestellt haben, und rein als Inputs von meiner Seite wahrgenommen werden sollten, denn nichts liegt mir ferner als Ratschläge zu erteilen und diese womöglich für alle geltend zu machen, denn so verschieden wir Individuen sind, so vielfältig sind die Lösungsansätze und Ideen dazu! Aber vielleicht hat der eine oder andere Impuls Potential, das Wochenbett auch für Dich so angenehm und stressfrei wie möglich zu gestalten.



Organisation im Vorfeld - einfach und pragmatisch

Vorbereitungen im Vorfeld, in der Zeit der Schwangerschaft zu treffen, kann den Alltag um einiges erleichtern. Ein Neugeborenes stellt die Welt vieler Mamas auf den Kopf, man wird - Ausnahmen bestätigen die Regel -mit kräfteraubenden, schlaflosen Nächten konfrontiert, und läuft in Phasen der Wachsstumsschübe, die bei Eltern in aller Munde sind, schon mal Gefahr, an seiner persönlichen Grenze angelangt zu sein. Um seinen Energiehaushalt auszugleichen und der neuen Lebenssituation mehr Lebensqualität kommen zu lassen, ist es sehr hilfreich, das Wochenbett so komplikations- und reibungslos wie möglich zu gestalten. Organisation im Vorfeld ist das Zauberwort und hat definitiv das Potential, streßbehaften Situationen, die in der Zeit des Wochenbetts mehr als zur Genüge auch ganz unverhofft auftreten, Abhilfe zu schaffen oder sie zumindest zu mindern.






Meine Ideen für das Wochenbett:


  • Punkt 1, Punkt 2, Punkt 3...Nein, ein bekennender Listenschreiber bin ich mit Sicherheit nicht, aber ehrlich gesagt, bei einer sinnvollen To Do Liste bin ich immer mit an Bord! Sie kann bei Bedarf je nach Dringlichkeit abgearbeitet werden und stellt dem Grübeln einen Riegel vor, frei nach dem Motto "aus dem Sinn, aus dem Kopf". Dies gilt nicht nur für Besorgungen sondern auch, um Tagesabläufe (und die der Geschwisterkinder) zu strukturieren, mit dem einfachen Hintergedanken, nur keinen unnötigen Stress aufkommen zu lassen. Sind gewisse  Erledigungen auf Papier gebracht, sind sie in einer ruhigen Minute aus dem Kopf, zumindest vorübergehend. 
  • Raus in die Natur oder doch lieber chillen in den eigenen 4 Wänden? Ich kann beiden Varianten etwas abgewinnen. So eine eine Fahrt ins Grüne mit 3 Kindern ist nämlich mit einer Flut an Vorbereitungen geknüpft, und wenn der Goldjunge gerade nicht in Laune ist, kann das mitunter schon mal eine ganz schöne Anstrengung für alle Beteiligten bedeuten, damit wir mit jeder Menge Utensilien angefangen von dem geliebten Laufrad und mitunter sogar Fahrrad fürs Fräulein (oder doch lieber die Roller Skates für Zwischendurch?) im Gepäck startklar sind. Und da wäre ja noch die Picknickdecke für die milden, sonnigen Tage bei Schönwetter und was, wenn unterwegs der Hunger zuschlägt, der bekanntlich keinerlei Wartezeit erträgt? Kurzum, weniger ist für mich bekanntlich mehr, und so habe ich den Großteil der ersten Wochen des Wochenbettes gemütlich und total entspannt auf der Couch verbracht. Und je nach Lust und Laune, und das auch oft spontan, habe ich mich an die frische Luft begeben, um meine Gedanken zu sortieren und Energie zu tanken. Also, frei nach dem Motto "Do what makes you happy".


  • Hilfe für den Haushalt und ein Appell an mich selbst: stelle den eigenen Perfektionismus für eine Weile ab oder zumindest hinten an. Leichter gesagt als getan! Aber nehmen wir einmal die Personen in unserem Umfeld genauer unter die Lupe. Ist da etwa noch zusätzliches Potential vorhanden, um mich zu entlasten? Zu Hause türmen sich Berge an Schmutzwäsche in allen möglichen Farben? Wie wär's mit einer Ladung Wäschesack für die Oma? Und was ist mit der großen Schwester, die mit gelangweilter Miene mit den gebetsmühlenartig rezitierten Worten "Mir ist soo fad, was soll ich machen?" ihre Runden dreht? Vielleicht gibt es eine gute Freundin, die mit den Geschwisterkindern eine gemeinsame Spielstunde einlegt oder mit ihnen einen Ausflug unternimmt? Freunde, Familienangehörige und Bekannte für diverse Aktivitäten mit den Kindern zu gewinnen, ist Gold wert, und eignen sich so ganz nebenbei als nützlichstes Geschenk zur Geburt ;-)
  • "Ich mag nicht zusammenräumen!" so das Fräulein, das kurzerhand meinen Plan (dessen  Dringlichkeit ich freilich freundlich jedoch bestimmt in all meiner Klarheit unter dem Motto "in der Kürze liegt die Würze" zu vermitteln versuche, während ich innerlich beim Anblick des kreativen Chaoses des ebenso kreativen Fräuleins die Hände über dem Kopf zusammenschlage) über Bord wirft, und das leidige Aufräumen ihres Zimmers flugs auf morgen verschiebt, in derselben knappen und prägnanten Manier, wie ich zuvor versucht habe, ihre Motivation zu entfachen. Kinder lernen von ihren Eltern, das wissen wir ja. Nun gut. Insgeheim macht sich ein verräterisches Bild vor dem innerlichen Auge breit, das mich dabei ertappt, wie schlaftrunken kurz vor dem Zubettgehen meine Socken auf dem Schlafzimmerboden landen. Ertappt! Ja, mit dem Aufräumen ist es immer so eine leidige Sache, davon können wir nicht nur ein Lied, sondern LiedER singen! Nichtsdestotrotz ist es eine gewichtige Aufgabe, die vor allem im Wochenbett auf der Strecke bleiben kann, da wir gefühlt hundert andere Dinge im Kopf haben, und sich momentan alles um das neugeborene Baby dreht. Das spielerische Aufräumen in Zusammenarbeit mit den Geschwisterkindern kann hier wahre Wunder bewirken. Und ja, diese missmutigen und alles verweigernden Tage haben auch wir, jedoch sind sie dank der kreativen Spielideen inzwischen Mangelware. Speziell für Kleinkinder gibt es ein tolltes Repertoire an kreativen Spielen, die mitunter ein großes Plus auch für uns Eltern darstellen, wenn sie einmal zur Routine werden und der Spaß daran die ursprüngliche Idee des vergrämten Aufräumens in den Schatten stellt. So kann man das Aufräumen mit dem auch die Achtsamkeit fördernden altbekannten Spiel "ich seh', ich seh', was du nicht siehst" verbinden, oder das Spielmaterial kann in verschiedenste Formen und Farben geschlichtet oder sortiert werden. Und siehe da, wir werden plötzlich von einem Gefühl von Leichtigkeit anstatt von Druck entlastet.


  • Der Appetit im Wochenbett ist groß, jedoch im Kühlschrank befindet sich nichts außer gähnender Leere? Und so ganz nebenbei habe ich so gar keine Lust, den Kochlöffel zu schwingen während das Neugeborene bereits mit größter Anstrengung seinen Hunger artikuliert? Vorkochen  für das Wochenbett mit anschließendem Einfrieren ist in aller Munde. Jedoch muss ich gestehen: ich habe es mir unzählige Male vorgenommen und nur wenige Male realisiert, mit Ausnahme der chinesischen Kraft-Hühnersuppe für das Wochenbett nach Hebammenrezept. Als noch effektiver hat sich nämlich in unserem Familienhaushalt folgende ganz simple Variante herausgestellt: kein Extra-Kochen, sondern Mehr-Kochen, sprich, der geplante Überschuss wird tiefgefroren. Nachhaltige Resteverwertung sozusagen! 
  • Was aber wenn... Leider sind wir nicht gefeit vor etwaigen Komplikationen und das Wochenbett erschwerende gesundheitliche oder psychische Umstände. Deshalb lohnt es sich, das Netzwerk an erfahrenen Profis des Vertrauens wie Hebammen, Doulas und Ärzten aufrecht zu erhalten, und sich bereits im Vorfeld Infos über das Wochenbett begleitende Helferleins aller Art nach Hause zu holen, auch wenn diese letztendlich keine Verwendung finden sollen. Da ich bei allen drei Stillkindern immer wieder mit einem sehr plötzlich auftretenden Milchstau und einer anfängliche Brustentzündung konfrontiert wurde, habe ich mich sicherheitshalber im Vorhinein mit Kohl und Topfen eingedeckt. Dasselbe gilt für schmerz-und entzündungshemmende stillverträgliche Medikamente und Medikamente aus dem alternativmedizinischen und naturheilkundlichen Bereich, die wahre Wunder im Genesungs-und Heilungsprozess bewirken können. Für das Stillen habe ich ein Sortiment aus Stilleinlagen, Stilltee, Brustwarzencreme und Stillhütchen (für wunde Brustwarzen) bereits im Vorfeld organisiert. So sind sie immer griffbereit, und erspart Organisation und Beschaffung, wenn rasches Handeln erforderlich ist. 


  • Keep calm and relax. Ein Motto, das in allen Lebenslagen gilt, aber auch ganz besonders im Wochenbett, das -oft gebeutelt von Emotionen, die diese neue Lebenssituation begleiten- so manches von uns Mamas und Papas abverlangt, und einen hohen Kräfte-und Energiehaushalt erfordert. 
Wie hast du dein Wochenbett verbracht und wie erinnerst du dich an die erste Zeit mit deinem Baby zurück? Hast du es als stressig empfunden oder war es entspannt? Was hat Dir persönlich gut getan und welche Hilfestellung möchtest Du nicht missen?

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Start in die letze Maiwoche!
Macht's gut,



Eure Tina